Genossenschaft der
Cellitinnen
zur heiligen Gertrud

Geschichte

Noviziatshaus - Niederau

Am 31. Mai 1908 fand unter großer Beteiligung der ganzen Einwohnerschaft die Grundsteinlegung des Noviziatshauses Niederau statt. Im Auftrage der kirchlichen Behörde vollzog der erzbischöfliche Kommissar des Ordens, Herr Pfarrer Odenthal, die feierlichen Zeremonien unter dem vorzüglichen Kirchenchor von Niederau.

Text aus der Urkunde:

"Möge der Bau, der auf diesem Stein errichtet wird, sein und bleiben ein Haus des Gebetes, des Opfers und der werktätigen Liebe, ein "geistiges Haus", wie der hl. Petrus mahnt, errichtet über dem "lebendigen Eckstein", zu dem wie der hl. Petrus mahnt, ihr hinzutreten sollt. Und werdet auch ihr als lebendige Steine gebaut, auf ihn, als ein geistiger Tempel, um geistige Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus".

(I. Petrus II, 4-8)

Das walte Gott


Im November 1909 fand die Einweihung des Klosters statt. Die Einweihung vollzog Herr Pfarrer Hansen aus Niederau. Erster Rektor des Hauses war Pastor Linden, der früher in Jakobwüllersheim war.

Das Kloster wird auch Damen in Pension nehmen, die in der hübschen Umgebung, bei der Nähe des Waldes, Gelegenheit haben, sich zu erholen.

Es sei auch darauf aufmerksam gemacht, dass in den 3 Fastnachtstagen auch in Niederau Exerzitien für Jungfrauen stattfanden.

Ferner wurde der Genossenschaft gestattet, in Verbindung mit dieser Niederlassung (Niederau) die Pflege und Unterweisung von Kindern kath. Konfession, welche sich noch nicht im schulpflichtigen Alter befinden, in der dort selbst neu zu errichtenden Kleinkinderverwahranstalt, sowie die Leitung und Unterweisung in einer Handarbeitshilfe für kath. Mädchen in nicht vorschulpflichtigen Alter als Nebentätigkeit zu übernehmen.

Am 30. Januar 1910 wurden die Kreuzweg-Stationen im Noviziatshause durch einen Franziskaner Pater eingesegnet.

An den ersten Exerzitien in den Fastnachtstagen nahmen 180 Jungfrauen teil.

Am 29. März 1910 hielt Herr Pater Hülshoff im Noviziatshaus die ersten Schwestern-Exerzitien ab.

Am 20. Oktober 1911 war der Bau fertig gestellt.

Am 31. Juli 1914, dem Tag der Einrückung der 161ten in der neuen Garnison Düren, brach der Krieg aus. Am 12. August kamen die ersten Verwundeten nach Niederau, 11 Mann.

Im Vereins-Lazarett Kloster Niederau wurden Verwundete verlegt und; behandelt. Vom 12. August 1914 - 27. November 1918 insgesamt 1.847 Mann.

Dann Schluss des Krieges.

1915 bekam das Kloster Niederau eine Lourdes Grotte geschenkt.

1918 im September wurden zwei Kriegsbrferde mit Pferdegeschirr und Wagen für Niederau gekauft.

Am 01. Mai 1921 wurde im Schloss Burgau die Waldschule eröffnet, um den unterernährten Stadtkindern die Wohltat des Aufenthaltes in frischer reiner Waldluft bei guter kräftiger Kost zu gewähren. Im Laufe des Sommers wurden dort 230 Kinder abwechselnd sechs Wochen untergebracht.

Fünf Räume des Schlosses Burgau waren hergerichtet und unsere Schwestern führten daselbst die Küche. Am 15. Oktober wurde die Waldschule geschlossen.

Vom 01. Mai - 15. Oktober 1927 - 1936 (außer 1932) waren auch wieder zwei Schwestern in der Waldschule tätig.

Am 22. Juni 1924 starb in Niederau der Hochwürden Herr Pastor Karl Linden. Seit Fertigstellung des Noviziatshauses war er als Hausgeistlicher tätig. Am 01. September 1924 kam an seiner Stelle Herr Pastor Max Mercken als Hausgeistlicher nach Niederau.

Zu Anfang des Jahres 1925 wurden Wäschereianlagen mit elektrischem Antrieb beschafft.

Infolge der feindlichen Besatzung wurden viele Beamten der deutschen Reichsbahn aus ihren Wohnungen vertrieben bzw. ausgewiesen. Sie mussten zum größten Teil in Anstalten, Gasthäuser und Klöster untergebracht werden. So waren auch im Kloster Niederau Familien von Mitte 1923 bis Mitte Januar 1925 untergebracht.

Anfang Oktober 1929 erhielten wir mit dem Hochwürden Herrn Rektor Schiffer einen neuen Hausgeistlichen.

Am Sonntag, den 30. Dezember 1934, feierten wir durch ein feierliches Hochamt das 25jährige Bestehen des Marienklosters und Noviziatshauses in Niederau. Herr Pfarrer Mennecken hielt als Klosterkommissar während der hl. Messe den versammelten Schwestern eine schöne Ansprache.

Im April 1938 erhielten wir mit Pfarrer Hartmann von Wassenberg einen neuen Rektor des Hauses. Herr Rektor Schiffer konnte wegen Krankheit den Dienst nicht mehr versehen. Er blieb aber doch im Kloster. Wegen seiner stets freundlichen Hilfsbereitschaft und seiner Wohltätigkeit hat er sich hier ein bleibendes Andenken gesichert. Am 22. März 1939 sind beide Herren gestorben.

Ende August 1939 Kriegsausbruch.

Am 27.08.1939 kamen die ersten Infektionskranke, die das Kloster unterbringen musste. Diese Patienten kamen vom Krankenhaus. Man hatte alle Patienten von dem dortigen Isolierhaus ins Kloster Niederau untergebracht. Wider Erwarten wurden sämtliche Infektionskranke am Dienstag, dem 12. September wieder zum Krankenhaus befördert. Am Sonntag danach kam ein ganzer Stab Soldaten, 50 Mann, und ließen sich hier häuslich nieder. In den großen Zimmern auf Parterre richteten sie ihre Schreibstuben ein. In der Nähschule und im Kindergarten schliefen 40 Mann. Am Tor stand eine Wache. Plötzlich mussten sie wieder alles räumen. Weil das rote Kreuz auf dem Dach war, durfte im Kloster kein Militär sein. Jetzt wurde das Kloster als Hilfskrankenhaus beschlagnahmt.

In der Nacht zum 31. Juli 1940 fielen hier in Niederau, in der Nähe der alten Kirche, sechs Bomben. Eine Reihe Wohnhäuser wurden stark beschädigt und Einige ganz zerstört. Zum Glück wurden keine Menschen getroffen. Bis Mittag musste das Kloster 46 Obdachlose aufnehmen.

Mitte Januar 1941 musste das Kloster die Infektionskranken (Scharlach und Diphtherie) aufnehmen. Die Insassen des Isolierhauses in Lendersdorf wurden nach hier gebracht.

Am 15. November 1942 kam der Hochwürden Herr Pater Corbinian, ein Salvatorianer vom Kloster Steinfeld, als Hausgeistlicher nach Niederau.

Im November 1944 wurden die Schwestern evakuiert. Zuerst ging es nach Euskirchen, dann weiter nach Paderborn.

1945/46 nach Kriegsende kamen die ersten beiden Schwestern von Paderborn nach Niederau. Gott Dank, das Kloster stand noch da, wenn auch zerstört. Es konnte wieder aufgebaut werden und es waren schon Schwestern da. Da die Pfarrkirche in Niederau sehr zerstört war, konnte in derselben kein Gottesdienst stattfinden. Als immer mehr Leute aus der Evakuierung zurückkehrten, fand hier im Kloster, im Refektorium, der ganze Pfarrgottesdienst statt.

Am 5. Oktober 1945 war Generalkapitel in Niederau.

Im März 1946 war in der Kapelle Niederau die Feier des 40stündigen Gebets. Wir haben dasselbe von Düren übernommen.

Am 15. Juli 1946 war hier in Niederau die feierliche Wiedereröffnung des Kindergartens.

Im November 1946 erhielten wir in dem Hochwürden Herrn Pater Floribert, Salvatorianer aus Steinfeld, einen neuen Hausgeistlichen.

1947. Der Aufbau unseres Klosters in Niederau macht gute Fortschritte. Unser Haus ist jetzt ein richtiges Altersheim. Bis Anfang April war in unserem früheren Kindergarten die Volksschule untergebracht. Der Pfarrgottesdienst wird noch immer hier abgehalten.

Am 2. Adventssonntag 1948 hielt die Pfarre Niederau ihren Einzug in die wieder aufgebaute Pfarrkirche.

3 1/2 Jahre hat der Pfarrgottesdienst hier im Kloster stattgefunden.

Am Feste Mariä Verkündigung, den 25. März 1949, hielten wir unseren feierlichen Einzug in die neu entstandene Kapelle.